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Über

Ja, es ist soweit: sechs Monate Elternzeit stehen mir bevor, das heisst, es ist nicht ganz richtig, ich bin seit 15. Juli schon mittendrin. Nach 25 Jahren Arbeiten ein echtes Abenteuer. Raus aus der Komfortzone Projektgruppen, Deadlines und Arbeitsreisen. Stattdessen Haushalt, Patchworkfamilie und den Umgang mit einem sieben Monate alten Maedchen (Stand 15. Juli) lernen. Warum schreibe ich? Erst mal, weil es mich motiviert, auf diese Weise ein Tagebuch zu schreiben, anders waere ich zu faul. Dann hoffe ich, vielleicht auf diese Weise andere Vaeter kennenzulernen. Erfahrungsaustausch und so. Und ja und ich moechte einfach radikal subjektiv sein und freue mich auf empoerte Reaktionen von Menschen, die alles ganz anders sehen ;-). Die Namen meiner Kinder und meiner Partnerin sind verfremdet, aber alles andere ist wahr. Schreckliche Dinge zum Beispiel: Wir sind die Minderheit einer Minderheit: Denn wir benutzen Stoffwindeln und halten ausserdem ab. Was das schraeges ist? Abhalten???? Ganz einfach: Pipi und Kaka nicht in die Windel, sondern in die Schuessel oder ins Waschbecken. Und wen es jetzt noch nicht graust: Viel Spass beim Lesen. Ach ja: Der Blog soll bloss bis zum 1.2. 2015 gehen. Dann arbeite ich wieder und bin sehr gespannt, welche Geschichten das Leben und vor allem das Baby von mir und meiner wunderbaren Frau bis dahin geschrieben haben.

Alter: 48
aus: 80469 München
 
Schule: Gymnasium in Ottobrunn
Universität: LMU in München


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Blog

mal schlechte Laune

So, nachdem jetzt alle wieder gesund sind, merke ich, wie bei mir der Akku ziemlich leer ist. So liebreizend alle sind, aber nach pausenlosem Organisieren von Bedürfnisbefriedigungen ist gerade so ein gewisser Nullpunkt bei mir gekommen. Bräuchte Urlaub. Aber wie? Alleine etwa? Nö, natürlich mit Familie. Macht also nicht so viel Sinn der Urlaubsgedanke.

Aber was strengt so an? Dieses ständige Organisieren von dem und von dem, hier ist noch eine Kante, die das Baby verletzen könnte, das muss man noch besorgen und hier ist noch etwas zu lösen. Puh.

Ich habe mal von Eckhart Tolle das schöne Buch "Jetzt" gelesen. Da steht drin, dass das Leben hier und jetzt stattfindet und alles andere Phantasie ist. (ok, das ist jetzt stark verkürzt). Im Prinzip stimmt es aber dahingehend, als man so oft Sachen macht, um die Zukunft irgendwie besser zu gestalten. Und dabei die Gegenwart vergisst.

Mein Versuch ist, in jedem Tag immer wieder wenigstens Momente zu finden, die das hier und jetzt wunderbar und einzigartig machen. Wenn es mir gut geht, gelingt das bei allem Streß auch ganz gut. Wenn es mir nicht gut geht, dann tut sich auch das schönste Lächeln schwer, mir ein gelungenes hier und jetzt zu bescheren.

Merke, dass die Hausarbeit zwar gut ist, um den Kopf leerzubekommen von Arbeit und derlei Dingen. Aber wenn es dann so Tage gibt, an denen man nur mit der Verkäuferin im Supermarkt einen zweizeiligen Dialog hat und ansonsten mit dem Baby monologisiert, dann ist das halt doch ein wenig mager. Und so leer muss der Kopf dann auch nicht werden.

Habe mich jetzt angemeldet für einen Fenkid-Kurs mit anderen Babies. Der geht am September los und bringt dann auf jeden Fall Abwechslung ins Einerlei. Inhalt des Kurses: Wir beobachten unsere Babies und reden darüber, was sie machen. Klingt entspannt.

Paola geht es trotz meines Stimmungstiefes gut. Sie schreit wenig und wenn zielgerichtet wenn es pro Nahrung oder contra Schlaf geht. Ansonsten ist sie ziemlich zufrieden, wenn ich sie im Carrier rumtrage, hin und wieder mit ihr spiele und manchmal etwas essbares anbiete. Höhepunkt heute: Ich mache einmal die Woche für die ganze Woche frischgepressten Saft und wenn ich wieder eine Aufbewahrungsflasche voll habe, dann gab es für Paola eine Belohnung in Form eines Schluckes. Das steigerte sich insofern, als Paola immer ungeduldiger wurde, bis ich endlich wieder eine Flasche fertig hatte. Und jetzt sieht meine Brust so verkratzt aus wie nach zwei Nächten wildem Sex.

Morgen und übermorgen habe ich jetzt den ganzen Tag zusammen mit Paola und Clara, der dreijährigen Tochter von mir. Hab da schon ein bisschen Bammel, wie das mit den zwei Mädels wird, so den ganzen Tag alleine mit ihnen und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen. Hatte ich so ja auch noch nicht...!

Bis zum nächsten Eintrag. Servus sagt: der Tom

12.8.14 19:49, kommentieren

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Nach fast zwei Wochen Krankheit

Freitag abend, vor genau zwei Wochen ist Paula krank geworden mit 40 Grad Fieber. Nach vier Tagen war sie wieder auf dem Damm, aber seither leidet meine Frau unter einem fiesen Virus.

Es ist echt süß, wenn sie mit einem Zwiebelpack auf ihren Ohren durch die Räume läuft und bewundernswert, wie sie trotzdem ihre gute Laune bewahrt, aber es ist schon anstrengend.

Das Tolle an dem Blöden: Viki schläft aufgrund ihrer Krankheit jetzt in einem separaten Zimmer. Das an sich ist natürlich nicht toll, aber jetzt bin ich nachts für Paola zuständig. Und das geht erstaunlich gut. Sie wacht zwar nachts alle 60 bis 90 Minuten auf, maunzt ein wenig, sucht Orientierung und Körpernähe, aber sie begibt sich nicht auf irgendwelche hoffnungslosen Suchen nach Milchquellen...!

Selbstverständlich habe ich das Milchpulver bereit und in der Thermoskanne wartet schon das 40 Grad warme Wasser, aber sie ist da gar nicht so interessiert...! Und ich hoffe, dass Paola bald kapiert, dass sie gar nicht alle eineinhalb Stunden nachschauen muss, ob noch jemand bei ihr ist. Ich muss sagen, dass tut auch gut, dass sie mich als "Beschützer" in der Nacht so gleichwertig akzeptiert.

Abgesehen von der Krankheit ist das Leben mit Paola die helle Freude. Heute habe ich ihr den Viktualienmarkt in München vorgestellt. Als Feinschmeckerin, die sie ja ohne Zweifel bereits ist, hat sie den Besuch sehr genossen. Vor allem den Himbeer-Orangen-Shake, den ich mir mit ihr geteilt habe. Sie war der Star des Fruchtstandes, so gierig hat wahrscheinlich noch kein Achtmonatbaby den Saft geschlotzt...!

Ansonsten merke ich, wie gut man mit Paola tatsächlich schon spielen und kommunizieren kann. Am Gärtnerplatz habe ich mich nach dem Einkauf auf dem Viktualienmarkt zu einem Eis niedergelassen und Paola durfte Papa zukucken, wie das so geht...! Um neidische Gedanken gar nicht erst aufkommen zu lassen, habe ich mit ihr das berühmte "Ich bin ein kleines Pony" gesungen und gespielt. Es war eine wahre Freude, sie auf meinem Bein herumhopsen und sehen und der Platz neben mir wurde regelmäßig mit freudig lächelnden Omis gefüllt, die uns in eine Gespräch verwickelten. Sehr sehr nett!

Nächste Woche kommt die Herausforderung, wie ich mit Paola und der dreieinhalbjährigen Clara zusammen auskomme. Das Wetter soll nicht so berühmt werden, mal schauen, was mir da einfällt.

Aber das allerwichtigste: Viki, werde endlich gesund.

Servus sagt: der Tom

8.8.14 21:35, kommentieren